Firma verkaufen: Wie sich der Unternehmenswert berechnen lässt
Beim Verkauf eines kleinen oder mittleren Unternehmens ist die Bewertung der erste Schritt. Üblich sind Ertragswert-, Substanzwert- und Multiplikatorverfahren, deren Ergebnis von Branche und Gewinnentwicklung abhängt. Der Beitrag erklärt die gängigen Methoden, den Ablauf eines Verkaufs und die steuerlichen Fragen für Inhaber.
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer stehen im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn vor dem Moment, ihre Organisation in neue Hände zu übergeben. Dieser Prozess ist nicht nur mit emotionalen Aspekten verknüpft, sondern verlangt vor allem betriebswirtschaftliche Präzision. Eine realistische Einschätzung des Werts verhindert Enttäuschungen und bildet die Basis für vertrauensvolle Gespräche mit potenziellen Interessenten auf Augenhöhe.
Firma verkaufen in der Schweiz
Der Schweizer Markt zeichnet sich durch eine hohe Dichte an spezialisierten Klein- und Mittelunternehmen aus. Wenn Eigentümer eine Firma verkaufen in der Schweiz, treffen sie auf ein Marktumfeld, das von Stabilität, aber auch von anspruchsvollen Käufern geprägt ist. Kaufinteressenten analysieren Kennzahlen sehr genau und hinterfragen Risiken penibel. Neben soliden Bilanzen zählen vor allem die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells sowie bestehende Kundenbeziehungen. Lokale Dienstleistungen und regionale Marktkenntnisse in Ihrer Region spielen hierbei eine entscheidende Rolle, um geeignete Interessenten im passenden Branchenumfeld zu identifizieren und den Prozess diskret zu steuern.
Den Unternehmenswert berechnen
Um einen fundierten Unternehmenswert berechnen zu können, greift die Praxis auf unterschiedliche betriebswirtschaftliche Methoden zurück. Weit verbreitet ist das Ertragswertverfahren, das zukünftige Gewinne auf den heutigen Stichtag abzinst. Auch das Discounted-Cash-Flow-Verfahren erfreut sich grosser Beliebtheit, da es den Fokus auf die künftigen freien Cashflows richtet. Ergänzend dient oft das Substanzwertverfahren, welches das vorhandene Eigenkapital und materielle Vermögenswerte erfasst. In der Schweizer Praxis kombiniert man diese Ansätze gern im sogenannten Praktikerverfahren, um eine ausgewogene Balance zwischen Vermögen und Ertragskraft abzubilden.
KMU verkaufen und Bewertungsmethoden verstehen
Wer ein KMU verkaufen und die Bewertung nachvollziehen möchte, muss Bereinigungen in der Erfolgsrechnung vornehmen. Häufig beeinflussen Inhabergehälter, private Spesen oder ausserordentliche Einmaleffekte das buchhalterische Ergebnis. Bei einer professionellen Bewertung werden diese Faktoren bereinigt, um das tatsächliche operative Potenzial offenzulegen. Multiplikatorenverfahren, sogenannte EBIT- oder EBITDA-Multiples, bieten zudem eine schnelle Orientierung am Markt. Dabei wird das bereinigte Betriebsergebnis mit einem branchenüblichen Faktor multipliziert, der die aktuellen Marktbedingungen widerspiegelt.
Kosten für Bewertung und Begleitung
Die Durchführung einer professionellen Unternehmensbewertung und die Begleitung der Transaktion sind mit Honorarkosten verbunden. Kleine Betriebe greifen oft auf standardisierte Bewertungsgutachten zurück, während komplexere Transaktionen eine umfassende M&A-Beratung erfordern. Die Kosten setzen sich meist aus Pauschalhonoraren für das Bewertungsgutachten und erfolgsabhängigen Honoraren beim tatsächlichen Abschluss zusammen. Die angegebenen Beträge variieren stark nach Komplexität, Dokumentationsumfang und Grösse des Betriebs.
| Anbieter / Dienstleister | Dienstleistung | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|
| BDO Schweiz | Umfassende Unternehmensbewertung und M&A-Beratung | CHF 8000 bis CHF 25000 |
| PwC Schweiz | Bewertungsgutachten und Due-Diligence-Prüfung | CHF 15000 bis CHF 45000 |
| Regionale Treuhandbüros | KMU-Praktikerbewertung und Bilanzbereinigung | CHF 3000 bis CHF 9000 |
Die in diesem Artikel genannten Preise, Tarife oder Kostenschätzungen basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird eine unabhängige Recherche empfohlen.
Unternehmensnachfolge und Verkauf planen
Eine geordnete Unternehmensnachfolge und der Verkauf erfordern in der Regel einen Vorlauf von zwei bis fünf Jahren. In dieser Vorbereitungsphase sollte das Unternehmen schrittweise von der Person des derzeitigen Inhabers entkoppelt werden. Ist eine Organisation zu stark auf eine einzelne Führungskraft ausgerichtet, mindert dies die Übernahmefähigkeit und drückt den erzielbaren Kaufpreis. Klare Organisationsstrukturen, dokumentierte Prozesse und ein fähiges mittleres Management steigern die Attraktivität für Nachfolger erheblich. Zudem ermöglicht ein strukturierter Zeitplan, gezielt nach passenden Käufern wie Familienmitgliedern, internen Mitarbeitenden oder externen Investoren zu suchen.
Firma verkaufen und Steuern optimieren
Wer eine Firma verkaufen und Steuern berücksichtigen will, muss die rechtliche Struktur des Unternehmens genau analysieren. Beim Verkauf einer Kapitalgesellschaft wie einer AG oder GmbH durch eine in der Schweiz ansässige Privatperson kann der Veräusserungsgewinn unter bestimmten Voraussetzungen als steuerfreier privater Kapitalgewinn gewertet werden. Allerdings müssen Risiken wie die indirekte Teilliquidation oder Transponierung sorgfältig vermieden werden. Bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften hingegen unterliegen die aufgedeckten stillen Reserven in der Regel der ordentlichen Einkommenssteuer sowie den Sozialabgaben, was die Steuerbelastung spürbar erhöht.
Ein Firmenverkauf stellt ein vielschichtiges Vorhaben dar, bei dem finanzielle, rechtliche und menschliche Komponenten ineinandergreifen. Eine transparente Wertermittlung schafft Vertrauen und schützt vor unrealistischen Preisvorstellungen auf beiden Seiten des Verhandlungstisches. Mit einer frühzeitigen Vorbereitung und einer strukturierten Vorgehensweise lässt sich der Übergangsprozess geordnet vollziehen und das Unternehmen stabil in die nächste Phase führen.